18. Juli 2021

Multiplikatoren-Seminar „Verbandsarbeit im 21. Jahrhundert – Schwerpunkt Bekenntnisgeneration“

Zusätzlich zu seiner einen Kernaufgabe, der Projektförderung, hat das Kulturwerk nun auch in der zweiten satzungsgemäßen Kerndisziplin debütiert, dem Durchführen eigener Projekte: Zusammen mit dem Kulturreferat des Landesverbandes Bayern hatte das Kulturwerk der Siebenbürger Sachsen zu einem gemeinsam organisierten Multiplikatoren-Seminar zum Thema „Verbandsarbeit im 21. Jahrhundert – Schwerpunkt Bekenntnisgeneration“ eingeladen.
Präsentation und Diskussion der Ergebnisse. Foto: ...
Präsentation und Diskussion der Ergebnisse. Foto: Dagmar Seck
Zur großen Freude der Organisatorinnen Doris Hutter, Kulturreferentin des Landesverbandes Bayern, und Dr. Iris Oberth, Leiterin des Kulturwerks der Siebenbürger Sachsen, konnte das Seminar wie geplant in Präsenz in der Tagungsstätte Heiligenhof in Bad Kissingen stattfinden. Von Freitag, den 25. Juni, bis Sonntag, den 27. Juni, trafen sich insgesamt 22 Mitglieder aus dem ganzen Bundesgebiet, um über wichtige Fragen künftiger Verbandsarbeit zu diskutieren. Auch der Bundesvorsitzende des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland, Rainer Lehni, und die Bundesgeschäftsführerin des Verbandes, Ute Brenndörfer, nahmen an der Veranstaltung teil.

Das Wochenendseminar beschäftigte sich mit Fragen bezüglich der Zukunft des Verbandes und setzte sich mit Herausforderungen der Verbandsarbeit auseinander, vornehmlich im Kontext des Generationenwechsels und der Mitgliederentwicklung. Ziel war es, ein besseres Verständnis gegenwärtiger Problematiken und Chancen zu entwickeln sowie sich zu vergegenwärtigen, welche Leistungen der Verband und eine Mitgliedschaft in ihm für Vertreter der verschiedenen Generationen von in Deutschland lebenden Siebenbürger Sachsen erbringen. Welches Potential gilt es noch auszuschöpfen, wie sieht es mit dem Verhältnis von Konstanz und Wandlungsfähigkeit aus? In gemeinsamer Arbeit, teils mit Unterstützung durch professionelle Moderation einer Unternehmensberatung, wurden die Teilnehmer als Multiplikatoren geschult, um die Verbandsarbeit wirksam an die neue Generation der in Deutschland geborenen Siebenbürger Sachsen (die sogenannte Bekenntnisgeneration) weitergeben zu können. Dadurch sollen Fortführung und Weiterentwicklung der siebenbürgisch-sächsischen Kultur in Deutschland möglichst langfristig gesichert werden.
Konzentrierte Gruppenarbeit im Workshop. Foto: ...
Konzentrierte Gruppenarbeit im Workshop. Foto: Iris Oberth
Bei strahlendem Wetter trafen sich die teils aus großer Ferne angereisten Teilnehmer am späten Freitagnachmittag in dem idyllischen Ambiente des Biosphärenreservats Rhön, inmitten dessen die überaus freundlich und gut geführte Tagungsstätte Heiligenhof liegt. Bei der herzlichen Begrüßung merkte man allen die große Freude eines „leibhaftigen“ (wenn auch von gebotenem Abstand geprägten) Wiedersehens an. Nach einem gemeinsamen Abendessen ging die Arbeit auch schon los.

Eine Plenumsdiskussion unter Leitung von Iris Oberth widmete sich zunächst einer Bestandsaufnahme dessen, was besonders gut läuft, wo es noch Potential gibt und was in der Arbeit sowie im Auftreten beibehalten respektive weiter ausgebaut werden sollte. Zudem ging es um die Frage, was in Teilen über- oder auch ganz neu gedacht bzw. anders gemacht werden muss. In dem ebenso angeregten wie engagierten Austausch erörterten die Diskutanten eine Vielzahl an grundlegenden Aspekten und praktischen Vorschlägen.
Erika Klusch (li.) mit Annemarie Weber und den ...
Erika Klusch (li.) mit Annemarie Weber und den selbstgebackenen Köstlichkeiten. Foto: Iris Oberth
Am darauffolgenden Samstag stand ein ganztägiger Workshop auf dem Programm, in dem auch die Anregungen aus der Plenumsdiskussion weiter bearbeitet wurden. Die Leitung übernahmen zwei externe Moderatoren, Stefanie von Zydowitz und Anton Mooseder, von der Unternehmensberatung Müller und Mooseder. In interaktiver Gruppenarbeit wurden Stärke-Schwäche-Analysen durchgeführt, Perspektivwechsel geprobt, neue Ideen sowie praktische Ansätze erarbeitet.

Dabei hatten die Teilnehmer viele Aha-Erlebnisse, die sie in eine Vielzahl an kreativen Ideen und Vorschlägen übersetzten. Der praktische Teil forderte die Teilnehmer beim Verbalisieren und Artikulieren dieser Erkenntnisse und zeigte klar auf, wie hilfreich professionelle Unterstützung auch in der Verbandsarbeit sein kann. Zum Abschluss der Workshops wurde gemeinsam am Inhalt für einen Methodenkoffer gearbeitet, mit nützlichen Tipps und Maßnahmen für die künftige Verbandsarbeit.
Gut gelaunte Seminarteilnehmer mit ihrem ...
Gut gelaunte Seminarteilnehmer mit ihrem ausgezeichneten Stadtführer Gustav Binder (3. v.l.). Foto: Iris Oberth
Die Kaffeepause hielt eine tolle Überraschung bereit: Annemarie Weber, Vorsitzende der lokalen Kreisgruppe Schweinfurt – Gochsheim, besuchte, zusammen mit ihrem Mann Gustav sowie Erika Klusch, die Seminarteilnehmer und bewirtete sie dankenswerterweise mit den köstlichen Spezialitäten Hanklich und Striezel, gebacken von Frau Klusch und Frau Hanni Schuster.

Um die rauchenden Köpfe zu lüften und die schöne Gegend etwas zu erkunden, nahmen die Teilnehmer des Seminars das freundliche Angebot von Gustav Binder, Studienleiter des Heiligenhof, einer Stadtführung sehr gerne an. Es wurde ein überaus angenehmer Spaziergang durch das pittoreske Bad Kissingen, garniert mit ebenso geschichtskundigen Daten wie humorvollen Anekdoten. Herzlichen Dank dafür!

Den Abschluss bildete am Sonntagvormittag eine von Doris Hutter geleitete Plenumsdiskussion, in der Ideen erarbeitet wurden, wie die Erkenntnisse und Arbeitsergebnisse des Seminars möglichst effektiv und nachhaltig an die ehrenamtlichen Mitglieder des Verbandes kommuniziert werden können. Das am Vortag ein­geführte Kommunikationstraining wurde in Sketchen erarbeitet, geübt, vorgeführt und gemeinsam bewertet. Hierzu werden kleine Arbeitsgruppen auch eine Präsentation für die Kreisgruppentagung im November dieses Jahres vorbereiten.

Die Organisatorinnen Doris Hutter und Iris Oberth danken den Teilnehmenden noch einmal herzlich für ihr Engagement und ihren Ideenreichtum. Zudem gilt dem externen Moderatorenteam sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Tagungsstätte besonderer Dank, die maßgeblich zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben.

Es wurden wichtige Denkanstöße gesetzt und Diskussionsräume eröffnet. Ein Weg, den es sich lohnt, gemeinsam weiterzugehen – für die Zukunft des Verbandes und damit den ­lebendigen Erhalt siebenbürgisch-sächsicher Kultur auch in möglichst langer Zukunft.

Dr. Iris Oberth

Dieses Projekt wurde vom Kulturwerk der Siebenbürger Sachsen e.V. gefördert und durchgeführt aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales.

Schlagwörter: Kulturwerk, Multiplikatoren, Seminar, Heiligenhof, Bad Kissingen, Verbandsarbeit, Landesverband Bayern, Bericht

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