14. April 2015

„Ich werde weiter fleißig trainieren“

Am 15. März erklomm die 15-jährige Siebenbürger Sächsin Katharina Theil in der Lanxess-Arena in Köln die höchste Stufe des Siegerpodestes: Die Sportlerin der DJK-Oberasbach und Schülerin des Dietrich-Bonhoeffer Gymnasiums in Oberasbach siegte bei der 44. Deutschen Meisterschaft im karnevalistischen Tanzsport 2015. Katharina war über zehn Jahre Mitglied der siebenbürgisch-sächsischen Kindertanzgruppe Nürnberg (Leitung: Annette Folkendt), später stand sie auch im Rahmen des von Doris Hutter geleiteten Jugendtheaters „JuThe“ Nürnberg auf der Bühne und war aktiv in der sächsischen Sing-und Spielgruppe (Leitung: Rosel Potoradi). Begeistert von Katharinas erfolgreicher Karriere, führten Annette Folkendt und Doris Hutter mit der Süddeutschen und Deutschen Meisterin ein Gespräch.
Liebe Katharina, Respekt! Wir gratulieren dir aufs Herzlichste zu deinem großen Erfolg! Wann hast du deine Leidenschaft für diese Sportart entdeckt? Seit welchem Alter trainierst du?

Vielen Dank! Schon so lang ich mich erinnern kann, haben mich die Tanzmariechen fasziniert, die man in der Faschingszeit im Fernsehen bewundern konnte. Das wollte ich auch mal können. Als ich sieben Jahre alt war, eröffnete die DJK-Oberasbach die Tanzsportabteilung und ich war eine der ersten, die sich anmeldeten. Ich hatte Glück, auf eine fantastische Trainerin zu treffen, Anastasija Riedlinger, als Tanzmariechen einst mehrfache Süddeutsche und Deutsche Vizemeisterin, die mich förderte trotz meines mäßigen Talents. Ich war sehr hartnäckig, zielstrebig, wissbegierig und fleißig. Das hat ihr sehr gefallen, glaube ich. Alles, was ich kann, habe ich von ihr gelernt. Ich bin ihr sehr dankbar und auch sehr stolz, ihre Schülerin sein zu dürfen. Anfangs trainierten wir einmal wöchentlich, zuletzt auch vier Mal pro Woche jeweils drei bis vier Stunden in der Halle. Daheim trainiere ich fast jeden Tag. Das alles natürlich nicht nur in der Faschingszeit, sondern rund ums Jahr.


Mit federleicht anmutender Akrobatik und ...
Mit federleicht anmutender Akrobatik und gewinnendem Lächeln gelang Katharina Theil der Sprung auf Platz eins bei der Deutschen Meisterschaft im karnevalistischen Tanzsport. Foto: Heiko Mönke
Du hast in deiner Freizeit bei vielen Projekten des Verbandes mitgewirkt und standst schon öfter am Heimattag im Dinkelsbühler Schrannenfestsaal bei „Der Nachwuchs präsentiert sich“ auf der Bühne. Wie hast du die Termine alle unter einen Hut gebracht und auch noch Spitzenleistung erbringen können?

Zum Glück haben sich die Trainingszeiten in den verschiedenen Gruppen selten überschnitten, Auftritte waren bei den siebenbürgischen Gruppen überwiegend im Frühjahr und Sommer und die Turniere und Auftritte als Tanzmariechen eher im Herbst und Winter. Es war wirklich manchmal nicht einfach, z. B. wenn ich nachmittags Schule hatte, war ich erst nach 20 Uhr wieder zuhause, weil ich gleich anschließend zum Training ging. Ja, und dann musste ich noch Hausaufgaben machen und mich für den nächsten Tag vorbereiten, denn gute Noten sind mir auch sehr wichtig. Das Ganze wäre aber nicht möglich gewesen ohne die stetige Unterstützung meiner Familie, besonders meiner Mama.


Welche Auftritte mit den siebenbürgischen Gruppen sind dir in besonderer Erinnerung geblieben?

Zur Kindertanzgruppe kam ich dazu, als ich gerade vier Jahre geworden war. Ich fand es damals sehr aufregend, mit den Großen in einer Gruppe zu tanzen. In den zehn Jahren, die ich dabei war, hatten wir unzählige Auftritte bei den verschiedensten Festen von Neumarkt in der Oberpfalz über Nürnberg bis Dinkelsbühl. Viele Tänze haben wir mit Annette Folkendt in der Zeit gelernt. Am schwierigsten und gleichzeitig am schönsten fand ich den Bändertanz. Bei der Theatergruppe durfte ich mit meinen Brüdern und meiner Mama das Stück „De Guareschanner“ von Doris Hutter spielen. Es war ein einmalig schönes Erlebnis. Auch mit der Sing- und Spielgruppe der Nachbarschaft Fürth hatten wir viel Spaß, haben viele sächsische Lieder und Gedichte gelernt. Da erinnere ich mich besonders gerne an die Aufführung vom Rotkäppchen in sächsischer Mundart und den Auftritt mit Rosel Potoradi vor zwei Jahren in Dinkelsbühl mit dem Gedicht „Alt uch jang, iest uch hegt“ von Grete Lienert-Zultner.
Katharina Theil bleibt auch als Spitzensportlerin ...
Katharina Theil bleibt auch als Spitzensportlerin ihrer siebenbürgisch-sächsischen Herkunft eng verbunden. Fotocollage von Heiko Mönke und Karin Theil

Im Tanzsport hast du die sächsische Tracht gegen sehr schicke Kleidung getauscht. Wo kauft man diese maßgeschneiderte Kleidung?

Jedes Kleid ist ein Unikat. Sie werden von meiner Trainerin Anastasija entworfen und gemeinsam mit ihrer Mutter maßgeschneidert, dann bemalt und mit Pailletten und tausenden Swarowski-Steinen beklebt.


Gegen wie viele Mitstreiterinnen hast du dich als Deutsche Meisterin durchsetzen können?

In der Altersklasse Ü15 (ab dem 15. Lebensjahr) gehen deutschlandweit über 300 Tänzerinnen bei den verschiedensten Turnieren an den Start, wobei sich jeweils die Beste für die Süddeutsche oder Norddeutsche Meisterschaft qualifiziert. Davon tanzen dann nur die 15 Besten um den Titel bei der Deutschen Meisterschaft.


Kannst du deine Gefühle beschreiben, die du auf dem Siegerpodest erleben durftest?

Der emotionalste Moment war eigentlich nach dem Tanz, als ich die Wertung von der Jury bekam. Die Spannung war kaum noch auszuhalten und als das Ergebnis da stand und viele Tausend Leute in der großen Arena mir zujubelten und sich mit mir freuten, ja, das kann man nicht in Worte fassen. Es war einfach unbeschreiblich schön. Ein Traum wurde wahr!


Welche Ziele wirst du in deiner sportlichen Karriere als Nächstes verfolgen?

Nun, ich werde weiter fleißig trainieren, einen neuen Tanz einstudieren und mein Bestes geben, um im nächsten Jahr den Titel zu verteidigen.


Wir wünschen dir jetzt schon viel Erfolg und danken für das Gespräch.


Lesen Sie dazu auch: Tanzmariechen Katharina Theil ist Deutsche Meisterin: Trainerin Anastasija Riedlinger berichtet

Schlagwörter: Sport, Sportlerin, Tanz, Jugend, Wettbewerb

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