22. September 2012

Kunstausstellung in Altenburg: Sammlung Böhm mit Hans Mattis-Teutsch und Henri Nouveau

Das Lindenau-Museum in Altenburg (Thüringen) zeigt noch bis zum 28. Oktober 2012 rund hundert Gemälde, Graphiken und Plastiken der Klassischen Moderne, aber auch der zeitgenössischen Kunst Siebenbürgens aus der Sammlung Böhm, Freiberg.
Am Beginn des 20. Jahrhunderts wagten junge Künstler aus Siebenbürgen, Siebenbürger Sachsen, Ungarn und Rumänen, den Ausbruch aus dem abgeschiedenen Leben, orientierten sich in Budapest, München, Dresden, Berlin und Paris neu und knüpften Kontakte zur europäischen Avantgarde. Viele von ihnen kehrten in ihre Heimat zurück und wurden dort Wegbereiter der neuen Kunstentwicklung. Oft waren sie mit ihren Werken weiter präsent in den Metropolen Europas. Die Ausstellung stellt die Meister der Künstlerkolonie und Malerschule von Nagybánya, unter anderem Oliver Pittner (1911–1971) und Sándor Ziffer (1880–1962), Maler siebenbürgisch-sächsischer Herkunft wie Hans Mattis-Teutsch (1884-1960) und Henri Nouveau (1901–1959) vor, sowie Künstler aus Klausenburg wie Tasso Marchini (1907–1936). Künstler, die über Generationen hinweg das Kunstgeschehen in Siebenbürgen geprägt und befördert haben. Ein Teil der Ausstellung widmet sich der zeitgenössischen Kunst und präsentiert unter anderem Arbeiten von Miklós Jakobovits (geb. 1936) und György Jovián (geb.1951). Der Bogen reicht von realistischen Darstellungen wie Porträts, Stillleben und Landschaften bis hin zu konstruktivistischen Bildern.
Hans Eder: „Der Desillusionierte“ (1923), Öl auf ...
Hans Eder: „Der Desillusionierte“ (1923), Öl auf Karton, 69 x 58 cm.
Eine beachtliche, heute etwa 250 Werke umfassende Kunstsammlung haben Vater und Sohn Böhm, beide als Ärzte tätig, seit den 1960er Jahren zusammengetragen, zunächst in Rumänien, seit 1981 in der Bundesrepublik. Der Sohn Dr. Josef Böhm ergänzt die Sammlung inzwischen auch um Werke von Künstlern aus Rumänien, Ungarn der Slowakei, der Tschechischen Republik und seiner neuen sächsischen Heimat.

Im Rahmen des Begleitprogramms zur Ausstellung wird am Donnerstag, dem 27. September, um 19.00 Uhr, im Lindenau-Museum der 1995/96 entstandene Dokumentarfilm „Hinter Sieben Burgen“ des aus Ost-Berlin stammenden, nach Siebenbürgen ausgewanderten Regisseurs Björn Reinhardt gezeigt. „Zeitreisen eines Naturaliensammlers – Siebenbürgen 1989 bis 2010“ ist der Titel eines Abends mit Lesung, Diavortrag und Präsentation von Mike Jessat (Altenburg) am Donnerstag, dem 18. Oktober, um 19.00 Uhr. Die Finissage findet am Sonntag, dem 28. Oktober, um 15.00 Uhr statt mit einer Führung durch die Ausstellung und einem Gespräch mit dem Sammler Dr. Josef Böhm. Das Lindenau-Museum, Gabelentzstraße 5, in Altenburg ist Dienstag bis Freitag, 12.00-18.00 Uhr, Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 10.00-18.00 Uhr geöffnet. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Schlagwörter: Ausstellung, Kunst, Siebenbürgen, Thüringen

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