17. Oktober 2020

Staatspräsident Johannis erhält Kaiser-Otto-Preis

Rumäniens Staatspräsident Klaus Johannis ist für seine Verdienste um die europäische Einigung mit dem Kaiser-Otto-Preis der Landeshauptstadt Magdeburg ausgezeichnet worden. Der Festakt fand am 14. Oktober im Magdeburger Dom statt. Die Laudatio auf den Preisträger hielt Bundesaußenminister Heiko Maas.
Im Magdeburger Dom mit dem Kaiser-Otto-Preis ...
Im Magdeburger Dom mit dem Kaiser-Otto-Preis geehrt: Staatspräsident Klaus Johannis (rechts) an der Seite seines Laudators, Bundesaußenminister Heiko Maas. Bildquelle: Rumänisches Präsidialamt (www.presidency.ro)
Mit dem Kaiser-Otto-Preis, dem wichtigsten Kulturpreis der Landeshauptstadt Magdeburg, ehrt die Stadt in Erinnerung an Kaiser Otto den Großen (912-973) Persönlichkeiten bzw. Institutionen, die sich um die Förderung des europäischen Gedankens verdient gemacht haben und sich für Dialog, Frieden und Verständigung einsetzen. Die eigentlich für den 25. Mai geplante Verleihung des nichtdotierten Kaiser-Otto-Preises an Klaus Johannis war im Zuge der Corona-Pandemie auf den 14. Oktober verschoben worden. An dem Festakt im Dom St. Mauritius und Katharina an der Grablege Kaiser Ottos des Großen nahmen neben der sachsen-anhaltischen Justizministerin Anne-Marie Keding viele weitere hochrangige Vertreter aus Politik, Kultur und Gesellschaft teil.

Wie aus einer Pressemitteilung der Landeshauptstadt zu entnehmen ist, sagte Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper, das Preiskomitee der Kulturstiftung Kaiser Otto und die Landeshauptstadt Magdeburg würdigten mit dem Siebenbürger Sachsen Klaus Johannis „einen überzeugten Europäer, der in Zeiten schwieriger Rahmenbedingungen engagiert für den Zusammenhalt und die weitere Entwicklung der europäischen Gemeinschaft steht und wichtige Impulse setzt“. Trümper dankte dem 61-jährigen Hermannstädter für sein Engagement und seine Verdienste um den europäischen Gedanken und die Zukunft Europas: „Mit Ihrem politischen und persönlichen Engagement haben Sie sich in herausragender Weise dafür eingesetzt, dass sich Europa nicht nur als Wirtschaftsraum, sondern auch als Raum des Zusammenlebens von Menschen unterschiedlichster Kulturen versteht. Damit stehen Sie für die Hoffnung auf ein friedliches Miteinander der Völker Europas und einen gemeinsamen europäischen Weg.“

Großer Europäer und enger Freund Deutschlands

Bundesaußenminister Heiko Maas würdigte den rumänischen Staatspräsidenten in seiner Laudatio als einen „großen Europäer und engen Freund unseres Landes“ (Rede von Außenminister Heiko Maas). Für Johannis seien die Entwicklung und der Wohlstand Rumäniens untrennbar verbunden mit der Entwicklung und dem Wohlstand Europas. Als Angehöriger der deutschen Minderheit der Siebenbürger Sachsen wisse Klaus Johannis um den „Wert der Vielfalt“. Dies sei vielleicht einer der Gründe, „warum er so leidenschaftlich für den europäischen Gedanken eintritt“ und „sich für die gemeinsamen Werte einsetzt, die uns zusammenhalten in Europa“.

Rumäniens und Bulgariens EU-Beitritt von 2007, als „um viele Jahrhunderte verspätete Anerkennung dieser Zugehörigkeit zu Europa“, sei „ein großes Glück“. Gerade jetzt brauche es ein starkes, ein geeintes Europa, unterstrich der deutsche Außenminister, um die durch die Corona-Pandemie noch weiter verstärkten Herausforderungen der Gegenwart zu bewältigen. Maas verwies in diesem Zusammenhang auf das europaweite Erstarken von Rechtsnationalen und Populisten, auf die Gefahr von Desinformation für unsere Demokratien, ebenso auf die Krisen rings um Europa und die wachsende Rivalität zwischen den USA und China. Hierauf könne es nur eine europäische Antwort geben. Maas rief zu mehr Solidarität im Innern auf, damit Europa seine Werte und Interessen nach außen souveräner durchsetzen könne. An den Preisträger gewandt, betonte der Laudator, „wir Deutsche“ seien dankbar dafür, „Sie an unserer Seite zu wissen, Ihr europäisches Herz an unserer Seite schlagen zu hören“.

Klaus Johannis äußerte gegenüber dem Sender MDR Sachsen-Anhalt seine Freude über die erhaltene Auszeichnung: „Das ist eine sehr wichtige Anerkennung meiner Politik, aber vor allem auch der rumänischen Politik im europäischen Umfeld“. Der Kaiser-Otto-Preis sei Ansporn, seine Politik im Sinne der europäischen Integration weiterzuführen, bekräftigte Johannis und versprach: „Ich bleibe dabei: Ich bin überzeugter Europäer."

Für seine Verdienste um die europäischen Werte sollte der Staatspräsident Rumäniens in diesem Jahr auch den Karlspreis der Stadt Aachen erhalten. Diese Ehrung wurde allerdings Corona-bedingt auf das kommende Frühjahr verschoben.

Christian Schoger

Schlagwörter: Klaus Johannis, Ehrung, Kaiser-Otto-Preis, Magdeburg, Außenminister, Maas, Rumänien, Deutschland, Europäische Union, Siebenbürger Sachsen, Hermannstadt, Aachen, Karlspreis, Corona

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