16. Juli 2025
„Einmal Deutschland und zurück“
Der Hermannstädter Autor Heinrich Heini Höchsmann setzt sein satirisches Schaffen mit einem neuen Band fort.

Betritt der neugierige Leser sein Werk durch Umblättern des Buchdeckels, auf dem die allen Siebenbürgern sehr vertraute Fischform Rumäniens abgebildet ist und Erwartungen an eine Reise zurück in die Vergangenheit weckt, wird er nicht enttäuscht: Wie schon im ersten Band lässt der Satiriker die Zeit seiner Kindheit und Jugend im Rumänien der 1950er und 60er Jahre wieder aufleben, in der sich auf sehr individuelle Weise drei Bereiche herausbildeten, die einen besonderen Stellenwert in Höchsmanns weiterem Leben einnehmen werden: die Freundschaft, das Skifahren und die Rockmusik. Wie ein roter Faden ziehen sich diese Themen auch durch seine Jahre als Erwachsener in Deutschland, in denen er Herausforderungen zu bestehen hat, wie zum Bespiel den richtigen Umgang mit der Frühstücksbutter oder den Einstieg in das deutsche Schulsystem nach einem freien und feierfreudigen Studentenleben in Freiburg. Letztendlich ist es die Pharmaindustrie, die fast 30 Jahre lang seinen beruflichen Werdegang prägt. In den teils witzigen, teils aber auch ernsthaften Anekdoten wie zum Beispiel „Tod im Außendienst“ verarbeitet er auch negative Erlebnisse und prangert – wie es bei einer Satire üblich ist – ein unmenschliches System an, um auch im Kopf seiner Leser kritische Gedanken anzuregen und zu festigen. Neu dazugekommen sind Geschichten und Impressionen aus seinem gegenwärtigen Leben in Hermannstadt. Er unterrichtet das Fach Deutsch an der privaten „Charlotte Dietrich Schule“ und spaziert mit Notizbuch und scharfer Beobachtungsgabe – wie es sich für einen echten Satiriker gehört – durch die Straßen seiner Stadt. Denn für Höchsmann ist die täglich gelebte Realität die Grundlage und Basis für seine Komik, daraus schöpft er seine Kreativität. Er lässt sich inspirieren von Erlebnissen, die ihm zum Beispiel im Bus begegnen wie in „Romania educata“ oder auf einer Bahnfahrt ans Schwarze Meer.

Verlässt man das Buch schließlich wieder durch die Hintertür, leitet der Autor erneut zurück zum Anfang. Warum? Das wird hier nicht verraten. Höchstens, dass es mit uns allen zu tun hat, ein gesellschaftspolitisches Argument auf höchster Ebene.
Heinrich Heini Höchsmann schreibt schon seit vielen Jahren mit viel Herzblut und Witz über sein kurzweiliges Leben, in das er sich stets eifrig und offen hineinstürzt. Er erlebt Erfolge und Misserfolge, die er mit klugen Gedanken durchdringt und den amüsierten Leser einmal mehr auf Ungerechtigkeiten hinweist: pointiert, aber charmant und einfühlsam.
Was dieses Buch in besonderem Maße auszeichnet, ist die spielerische, spöttische, kritische Auseinandersetzung mit unseren saturierten etablierten Werten und kulturellen Phänomenen. Und es ist durchdrungen von einer kräftigen Prise sehr bodenständigen siebenbürgischen Humors, den die Kenner genießen werden.
„Einmal Deutschland und zurück“ ist im Schiller Verlag in Hermannstadt erschienen und kann unter der E-Mail-Adresse erasmus[ät]buechercafe. ro oder beim Autor selbst, E-Mail: heinrich.hoechsmann[ät]gmail.com, bezogen werden. Die ISBN-Nummer ist 978-3-949583-72-8. Es kostet 49 Lei oder 12,80 Euro zuzüglich Versand.
Bettina Ponschab
Schlagwörter: Buch, Humor, Hermannstadt
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