11. März 2021

„Hermannstädter Gespräche“ mit den Regisseuren Alexander Nanau und Günter Czernetzky

Im Oktober 2015 werden durch einen Großbrand im Bukarester Szeneclub „Colectiv“ die politischen und gesellschaftlichen Strukturen in Rumänien erschüttert. Bei einem Konzert sterben in der Nacht vom 30. Oktober 27 Menschen, 180 werden verletzt, 37 von ihnen erliegen später im Krankenhaus – aufgrund der schlechten medizinischen Versorgung – ihren Verletzungen. Bereits kurz nach dem Brand war der Regisseur Alexander Nanau mit seinem Filmteam vor Ort, um die Ereignisse nachzuverfolgen und festzuhalten.
Piaţa Unirii in Bukarest bei Nacht ...
Piaţa Unirii in Bukarest bei Nacht
Von einem Brand im Club, in dem die Sicherheitsbestimmungen nicht eingehalten wurden, entwickeln sich die Geschehnisse weiter: Das investigative Journalistenteam, das Nanau im Film „Colectiv“ über anderthalb Jahre begleitet, deckt einen der größten Skandale im rumänischen Gesundheitswesen auf und zeigt die engmaschige Verstrickung von Korruption, Gesundheitssystem und Politik.

Seit der ersten Aufführung bei den Filmfestspielen von Venedig im September 2019 hat der Film weltweite Anerkennung sowie zahlreiche Preise erhalten. Er wurde bei den European Film Awards als bester Dokumentarfilm des Jahres und von der National Society of Film Critics als bester ausländischer Film ausgezeichnet. Bei der anstehenden 93. Oscar-Verleihung ist „Colectiv“ in den Kategorien „Bester Dokumentarfilm“ und „Bester Internationaler Film“ in der engeren Auswahl. Nanau wurde 1979 in Bukarest geboren und wanderte 1990 mit seiner Familie nach Deutschland aus, wo er Filmregie an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB) studierte.

Am Samstag, dem 13. März, um 18.00 Uhr (rumänische Zeit), 17.00 Uhr (deutsche Zeit) diskutieren die Regisseure Alexander Nanau und Günter Czernetzky bei den „Hermannstädter Gesprächen“ im Spiegelsaal des Hermannstädter Forums über den Film „Colectiv“ und die tödliche Verflechtung von Politik und Gesundheitssystem. Die Co-Moderation übernehmen Raimar Wagner (Projektleiter für Rumänien und die Republik Moldau der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit) sowie Aurelia Brecht (Kulturmanagerin des Instituts für Auslandsbeziehungen in Hermannstadt). Die Diskussion wird über den YouTube-Kanal und die Facebook-Seite des Hermannstädter Forums und der Friedrich-Naumann-Stiftung live übertragen. Unter folgendem Link können Sie sich zur Veranstaltung zuschalten und Fragen stellen: https://bit.ly/30E7miF Die Teilnahme im Saal ist aufgrund der Pandemie begrenzt. Anmeldung zur Teilnahme per E-Mail: brecht[ät]ifa.de

Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, des Demokratischen Forums der Deutschen in Hermannstadt (DFDH) und des Instituts für Auslandsbeziehungen (ifa) und wird mit Mitteln des Auswärtigen Amts der Bundesrepublik Deutschland gefördert.

Schlagwörter: Online-Veranstaltung, Diskussion, Film, Politik, Gesellschaft, Gesundheit, Rumänien, Bukarest, Hermannstadt, Forum, ifa

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