22. Juni 2011

Heimattag mit Peter Maffay: "Was für eine Energie, was für eine schöne Kraft!"

Mit 61 Jahren hat Peter Maffay zum ersten Mal den Heimattag der Siebenbürger Sachsen in Dinkelsbühl besucht. Jahrelang war er reserviert gegenüber seinen Landsleuten, nun hat ihn die Begegnung mit Tausenden vor allem jungen Leuten stark bewegt. „Was für ein schöner Platz und was für ein elektrisierender Augenblick!“, rief er am Pfingstsonntag den 20 000 Besuchern in Dinkelsbühl zu. „Ich komme aus Kronstadt, also von weit her, so wie Sie alle. Und weil wir von weit her kommen, treffen wir uns hier, um genau das nicht zu vergessen. Gestern Abend nach dem Auftakt in der Paulskirche war ich im Zelt. Was für eine Energie, was für eine schöne Kraft!“
„Vor allem diese jungen Leute zeigen uns, dass es diese Wurzeln in die Vergangenheit gibt, auch wenn die Bäume woanders wachsen“, sagte Peter Maffay. Sie seien frei von Vorurteilen und in der Lage, „die Wunden, die die Geschichte erzeugt hat, zu heilen. Ihr habt die Kraft für diesen Neuanfang.“ Deshalb forderte der Rockstar die Jugend auf, auf Entdeckungsreise nach Rumänien zu gehen, auf ihr Herz zu hören und ihrem Instinkt zu vertrauen.

Am Samstag hatte Peter Maffay in die Ausstellung „Kirchenburg Radeln – ein Schutzraum für Kinder“ in der St. Paulskirche in Dinkelsbühl eingeführt. Ähnlich wie in Spanien und Bayern baut die Peter Maffay Stiftung in der Kirchenburg Radeln eine Ferienheim für traumatisierte Kinder auf. Das Heim in Radeln soll am 9. Juli offiziell in Anwesenheit des sozial engagierten Musikers eröffnet werden.
Peter Maffay rockt das Festzelt: Der Star sorgte ...
Peter Maffay rockt das Festzelt: Der Star sorgte bei seinem Überraschungsauftritt am Pfingstsamstagabend für einen Ausnahmezustand. Seine Fans singen begeistert mit, filmen mit der Handykamera und feiern den gebürtigen Kronstädter, der, assistiert von Jürgen aus Siebenbürgen (rechts im Bild), drei seiner Hits singt, darunter „Über sieben Brücken musst du gehn“. Der rumänische Außenminister Teodor Baconschi (links im Bildhintergrund) lässt sich das Highlight nicht entgehen. Foto: Günther Melzer
Ihren 61. Heimattag haben die Siebenbürger Sachsen vom 10. bis 13. Juni 2011 unter das bezeichnende Motto „Flügel hier – Wurzeln dort. Brücken über Zeit und Raum“ gestellt. Das Pfingsttreffen stand im Zeichen dreier Jubiläen: 800 Jahre seit der ersten urkundlichen Erwähnung des Burzenlandes, 60 Jahre seit dem ersten Heimattag in Dinkelsbühl und 25 Jahre seit Gründung der Siebenbürgisch-Sächsischen Jugend in Deutschland (SJD).

Bischof Reinhart Guib sprach das Geistliche Wort ...
Bischof Reinhart Guib sprach das Geistliche Wort vor der Schranne. Foto: Lukas Geddert
Der Bischof der Heimatkirche, Reinhart Guib, legte dem Gottesdienst in der St. Paulskirche, den Predigttext aus dem Johannesevangelium, Kapitel 16, 5-15, zugrunde: Den Satz vom Herzen voller Trauer über das Weggehen Jesu (Vers 6) und die Tröstung durch die Kraft des Heiligen Geistes übertrug der Bischof auf unsere zeitgeschichtliche Situation. Eine neue Gemeinschaft mit ungeahnten Initiativen könne über Grenzen hinweg gestaltet werden, getragen von der Kraft des Heiligen Geistes. Auch im anschließenden Geistlichen Wort vor der Schranne machte Bischof Guib deutlich, dass sich die Heimatkirche den ausgewanderten Siebenbürger Sachsen tief verbunden fühle und sie zukünftig intensiver begleiten wolle.

Der Kundgebung vor der Schranne vorausgegangen war ein farbenprächtiger Festumzug mit rund 2 600 siebenbürgisch-sächsischen Trachtenträgern – so vielen wie noch nie.

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„Das Interesse an unserer Geschichte, an unseren Traditionen und an dem, was Heimat ausmacht, ist lebendig!“ Dies stellte Dr. Bernd Fabritius, Bundesvorsitzender des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland e.V. und Präsident der Föderation der Siebenbürger Sachsen, auf der Festkundgebung vor der Schranne fest. Die junge Generation sei „unsere Brücke in die Zukunft“. Die Aufnahme und Integration einiger Hunderttausend Siebenbürger Sachsen in Deutschland sei eine Herausforderung, die bestens bewältigt worden sei (siehe Festrede in der Siebenbürgischen Zeitung Online).
Als Mitausrichter des Heimattages waren die ...
Als Mitausrichter des Heimattages waren die Burzenländer auch beim Festumzug gut vertreten, sie stellten 620 der rund 2600 Trachtenträger, hier die HOG Rosenau. Foto: Siegbert Bruss
Die Brücken, die die Siebenbürger Sachsen in Europa und insbesondere zwischen Deutschland und Rumänien bauen, seien tragfähig, sagte Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich in seiner Ansprache. Wer die Farbenpracht und Fröhlichkeit des Festzuges gesehen habe, spüre den „Optimismus den es braucht, um ein gemeinsames Europa zu bauen“, sagte der CSU-Politiker. Mit einer aktiven Jugendarbeit sei es dem Verband der Siebenbürger Sachsen gelungen, ihre kulturellen Werte an die nachfolgende Generation weitergeben (die Ansprache wird in der SbZ Online dokumentiert).

Rumänien bedauert kommunistisches Unrecht und Auswanderung der Deutschen

Der rumänische Außenminister Dr. Teodor Baconschi sprach in seiner Festrede bewusst die „dunklen Seiten der Geschichte“, namentlich die Deportationen der Siebenbürger Sachsen und Banater Schwaben nach Russland und in die rumänische Bărăgan-Ebene, an und verneigte sich vor den Opfern des kommunistischen Unrechts. Im Namen der rumänischen Regierung bedauerte er die Auswanderung der Deutschen aus Rumänien und lud sie ein, möglichst oft nach Rumänien zurückzukehren. Baconschi zeigte sich zuversichtlich, dass die Eigentumsrückgabe, der finanzielle Augleich für kommunistisches Unrecht und die Rentenzahlungen, die im Dialog mit der Verbandsspitze in Dinkelsbühl erörtert wurden, auf den richtigen Weg gebracht werden (siehe Rede in der SbZ Online).

Das Engagement der ausgesiedelten Siebenbürger Sachsen in Rumänien hatte tags zuvor Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bei einer Festveranstaltung in der St. Paulskirche gewürdigt: Sie hätten sich beim Erhalt der Kulturlandschaft in ihrer alten Heimat – durch Renovierungen von Kirchen und Burgen ebenso Verdienste erworben wie durch soziale Projekte und die Vermittlung wirtschaftlicher Kontakte (siehe Festrede).

So viele hohe Gäste wie noch nie

Eröffnet wurde der Heimattag am Samstagvormittag durch gehaltvolle Ansprachen und Grußworte zahlreicher Ehrengäste aus Europa und den USA. Noch nie in seiner Amtszeit habe die Stadt Dinkelsbühl so hohe Gäste wie bei diesem Heimattag empfangen, stellte Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer fest. Die Stadt freue sich, die Siebenbürger Sachsen jedes Jahr zu Gast haben zu dürfen. „Sie sind eine Bereicherung für unsere Stadt, für unser Gemeinwesen.“ Er erinnerte an den ersten Heimattag, der zu Pfingsten 1951 stattgefunden hatte: „Die Wahl fiel dabei auf Dinkelsbühl, weil die historische Stadt mit ihren Toren und Türmen wohl viele an die wehrhaften Städte und Dörfer Siebenbürgens erinnert hatte. Auch und gerade dieses jährliche Treffen gab vielen die nötige Kraft, um hier in einem fremden Land doch wieder ein Stück Heimat zu finden.“ Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer war gerade von einer Reise aus Schäßburg, der Partnerstadt Dinkelsbühls, und anderen Ortschaften Siebenbürgens zurückgekehrt, wo ihn der Verfall der Bausubstanz nachdenklich gestimmt hatte.
Ehrengäste auf der Festtribüne in Dinkelsbühl, ...
Ehrengäste auf der Festtribüne in Dinkelsbühl, erste Reihe von links: Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich, Bundesvorsitzender Bernd Fabritius, Rumäniens Außenminister Teodor Baconschi, Botschafter Lazăr Comănescu mit Gattin, Peter Maffay, Frau Hammer, Oberbürgermeister Christoph Hammer, Generalkonsulin Brânduşa Predescu. Foto: Konrad Klein
Die Heimattage seien ein Beweis, dass die Siebenbürger Sachsen beides hätten: Wurzeln und Flügel, sagte Dr. h.c. Susanne Kastner, Vorsitzende der Deutsch-Rumänischen Parlamentariergruppe und des Deutsch-Rumänischen Forums in Berlin. „Ihre Traditionen sind in Ihrer Mitte fest verwurzelt, sie werden aber auch an die junge Generation weitergegeben.“ Die vielen jungen Gäste und das 25-jährige Jubiläum der Jugend zeigten deutlich, dass die Siebenbürger Sachsen eine gute Jugendarbeit leisten, betonte die SPD-Politikerin (siehe Ansprache in der SbZ Online).

Klare Position in der aktuellen Migrationsdebatte

Auf das schwere Schicksal de Siebenbürger Sachsen im zwanzigsten Jahrhundert ging Bodo Löttgen, Beauftragter für Heimatvertriebene und Spätaussiedler der CDU-Landtagsfraktion in Nordrhein-Westfalen, in seiner Ansprache ein. Durch Flucht, Deportation, Enteignung, Kommunismus unter wachsendem Druck sei ihr Leben weitgehend fremdbestimmt gewesen. Der CDU-Politiker sieht es daher als Pflicht Deutschlands, achtsam mit den Heimatvertriebenen und Spätaussiedlern umzugehen, ihre deutsche Identität anzuerkennen und ihre Position in der Gesellschaft zu stärken. Mit Blick auf die Securitate-Verstrickungen Einzelner ermunterte Löttgen die Siebenbürger Sachsen, „die Begegnung mit den ‚Kämpfen und Leidenschaften’ der Vergangenheit offen, offensiv und ehrlich zu führen“ (die Rede wird in der morgigen SbZ Online veröffentlicht).

Lazăr Comănescu, Botschafter Rumäniens in Berlin, der zum dritten Mal beim Heimattag am Heimattag in Dinkelsbühl teilnahm und sich hier wie zu Hause fühlt, würdigte die sehr konstruktive Rolle der Siebenbürger Sachsen in den deutsch-rumänischen Beziehungen und wünschte sich einen vertiefenden Dialog mit ihnen.

„Kultur, Kirche, Musik, Sport, Tanz und Brauchtum, sozialer Bereich, Wirtschaft und Politik, das sind Bausteine des diesjährigen Heimattages, und wichtige Zutaten für das erfolgreiche Konzept“, betonte Helge Fleischer, Unterstaatssekretär im Departement für Interethnische Beziehungen der rumänischen Regierung. Die Siebenbürger Sachsen hätten sich einen Namen als Brückenbauer zwischen Rumänien und dem gesamten deutschsprachigen Raum und darüber hinaus im zusammenwachsenden Europa erworben.

Erinnerung darf nicht verblassen

Wolfgang Wittstock, Vorsitzender des Demokratischen Forums der Deutschen im Kreis Kronstadt, überbrachte Grüße der in Siebenbürgen lebenden Landsleute. Das Motto des diesjährigen Heimattages deute das Schicksal der siebenbürgisch-sächsischen Gemeinschaft an, die in den letzten Jahrzehnten auseinander gebrochen sei und heute die Grenzen und Weltmeere überschreite. Das Gemeinschaftsbewusstsein werde nach Ansicht Wittstocks nur so lange Bestand haben, „so lange die Erinnerung an das Herkunftsgebiet nicht veblasst, die Erinnerung an das, was die Siebenbürger Sachsen dort seit ihrer Ansiedlung im 12. Jahrhundert geleistet haben“. Wittstock lud zum Sachsentreffen am 17. September 2011 in Kronstadt ein, dem Höhepunkt der zahlreichen künstlerisch-kulturellen Veranstaltungen, die im Jubiläumsjahr im Burzenland stattfinden.

Hanz Hermann, Chefredakteur des „Saxon News Volkblatt“ in Cleceland, Ohio (USA), überbrachte Grüße von den Landsleuten in den USA und würdigte vielen Siebenbürger Sachsen, die ihr Brauchtum mit Hingabe pflegen.

Dankbar seien wir den vielen, die über Jahrzehnte „Brücken über Raum und Zeit“ gebaut und das heutige Europa ermöglich hätten, sagte Manfred Schuller, stellvertretender Bundesobmann des Bundesverbandes der Siebenbürger Sachsen, der beim Heimattag auch durch ihrem Ehrenobmann Konsulent Dr. Fritz Frank vertreten war.

Dekan i.R. Hermann Schuller, Vorsitzender des Hilfskomitees der Siebenbürger Sachsen und evangelischen Banater Schwaben im Diakonischen Werk der EKD, dankte dem Oberbürgermeister Christoph Hammer, der zuvor erklärt hatte, er habe die Siebenbürger Sachsen in sein Herz geschlossen. Das sei wichtig, „denn nur das, was von Herz zu Herzen kommt, bringt uns weiter“.

Moderiert wurde die Eröffnungsveranstaltung von Annette Königes, Kulturreferentin der Zeidner Nachbarschaft, und musikalisch mitgestaltet vom Trompeter Holger Tontsch und einer Zeidner Bläsergruppe unter Peter Roth.

Die Bedeutung des Deutschen Ordens für die Siebenbürger Sachsen

Der Historiker Dr. Konrad Gündisch ging in einem Festvortrag am Samstag auf die Bedeutung des Deutschen Ordens für die Geschichte der Siebenbürger Sachsen ein. Es seien wohl nur sieben, bestenfalls ein Dutzend Ritter gewesen, die 1211 nach Siebenbürge kamen, fünf Burgen im Burzenland bauen ließen und eine sechste jenseits der Karpaten. Vierzehn Jahre später zogen sie wieder ab, „sich dem Willen eines machtbewussten Königs beugend, der sie einst gerufen und nun, 1225, fortgejagt hatte“. Gündisch ging der Frage nach, was aus Siebenbürgen geworden wäre, wenn die Ritter einen Ordensstaat ähnlich wie später bei Marienburg an der Nogat entwickelt hätten. „Würde man die Marienburg am Alt so behandeln, wie jene an der Nogat, die aufwendig restauriert wurde und Hunderttausende Touristen anzieht, während in Siebenbürgen eine schäbige Kläranlage direkt unter der Burg gebaut wird, den wunderbaren Blick auf das Burzenland trübend und die würzige Luft verpestend?“

Was sagen uns also die Deutschordensritter heute? Konrad Gündisch: „Dass auch Siebenbürgen, unsere Heimat, im europäischen Kontext eine Rolle gespielt hat, dass es auch hier wertvolle Hinterlassenschaften deutscher und europäischer Kultur gibt, unter ihnen jene der Deutschherren. Dass immer wieder Brücken geschlagen wurden zwischen West und Ost und dass einst für kurze Zeit auch ein berühmt-berüchtigter Orden einen Brückenkopf gebildet hat, dass letztlich aber jene Siedler, die 1224 auch mit dem Ziel privilegiert wurden, sie von einem Bündnis mit den Deutschherren abzuhalten, jene ‚Brücken über Zeit und Raum’ geschlagen haben, die tragfähig sind und uns alle hier in Deutschland und dort in Rumänien im gemeinsamen Haus Europa zusammenführen.“

Über die Notwendigkeit von Gedenkfeiern

Nach einem beeindruckenden Fackelzug, dem längsten in der Geschichte des Heimattages, ging Wolfgang Wittstock, Vorsitzender des Demokratischen Forums der Deutschen im Kreis Kronstadt, in seiner Rede an der Gedenkstätte auf eine Reihe von Höhepunkten und Tiefschlägen der siebenbürgisch-sächsischen Geschichte ein, die sich für die Einführung eines Nationalfeiertages bzw. Volkstrauertages der Siebenbürger Sachsen eignen. Im Burzenland werde bei in der Michael-Weiß-Gedenkfeier jährlich am 12. Oktober an die Schlacht von 1612 erinnert, in der der Kronstädter Stadtrichter und 300 Landsleute den Tod fanden. Die Gedenkfeiern in Marienburg und jene beim Heimattag in Dinkelsbühl seien „keine sinnentleerte Zeremonie, sondern eine Notwendigkeit. Denn eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass sich die Gräuel der Vergangenheit nicht wiederholen können, ist, dass sie nicht in Vergessenheit geraten, dass sie lebendige Erinnerung bleiben.“

Niveauvolles Programm, gute Organisation

Zum niveauvollen Kulturprogramm des Heimattages gehörten zudem Burzenländer Künstler- und Dokumentarausstellungen, der Vortrag „Lied und Literatur“, gestaltet von Hans Bergel sowie Hildegard Bergel-Boettcher und Andrea Glatzke, eine Fotoausstellung über den Heimattag aus der Sicht des mittelfränkischen Fotografen Kurt Pachl und vieles mehr.

Die Burzenländer Heimatortsgemeinschaften brachten sich als Mitausrichter des Heimattages mit einer starken Präsenz beim Festumzug, mit der Brauchtumsveranstaltung, Platzkonzerten der Vereinigten Burzenländer Blaskapellen und der Zeidner Blaskapelle, mit dem „Zeidner Wunderkreis“ bis hin zum Abzeichenverkauf unter der Leitung von Heike Mai-Lehni ein. Die HOG-Regionalgruppe Burzenland sei einer der aktivsten Gruppen des Verbandes der Siebenbürgisch-Sächsischen Heimatortsgemeinschaften und knüpfe an die Tradition des wirtschaftlich und kulturell hochentwickelten Burzenlandes an. Dass die Burzenländer sehr gut organisieren können und sich beherzt für alle Siebenbürger Sachsen einbringen, zeigten sie beim diesjährigen Heimattag in bester Zusammenarbeit mit dem landsmannschaftlichen Verband, dem Hauptorganisator des Pfingstfestes.

Hervorragend unterstützt wurde die HOG-Regionalgruppe vom Jugendbachchor Kronstadt unter der Leitung von Steffen Schlandt, der mit drei Auftritten besondere Glanzpunkte in Dinkelsbühl setzte (siehe Konzertbericht).
Freude am Tanz und an der Tradition zeigten die ...
Freude am Tanz und an der Tradition zeigten die Jugendlichen am Sonntag vor der Schranne und - hier - auf dem Altrathausplatz. Foto: Kurt Pachl
Zu ihrem 25-jährigen Jubiläum führte die Siebenbürgisch-Sächsische Jugend in Deutschland (SJD) den Festumzug mit zahlreichen Tanz-, Kinder- und Jugendgruppen an und gestaltete in bewährter Weise die Volkstanzveranstaltung „Aus Tradition und Liebe zum Tanz“, präsentierte unseren Nachwuchs in der Schranne und zeichnete verantwortlich für die Sportturniere, beste Partystimmung im Festzelt auf dem „Schießwasen“ und vieles mehr (siehe Jugendbericht in der SbZ Online).

Der Siebenbürgisch-Sächsische Jugendpreis 2011 wurde an Ingeborg Acker und Bettina Ganzert verliehen, die sich um die musikalische Jugendarbeit in Kronstadt verdient gemacht haben.

Mit dem Siebenbürgisch-Sächsische Kulturpreis wurde die Germanisten und Literaturwissenschaftler Dr. Stefan Sienerth und Dr. Peter Motzan ausgezeichnet. Sie haben entscheidende Beiträge insbesondere zur deutschen Literatur in Siebenbürgen und zu deren Geschichte erbracht und setzen sich für die wissenschaftliche Aufarbeitung der Securitate-Vergangenheit ein (siehe Bericht in der SbZ Online). Diesem aktuellen Thema widmete sich auch die von Dr. Anneli Ute Gabanyi moderierte Podiumsdiskussion „Die Wahrheit? Mit Sicherheit? Rund um das Archiv der Securitate“, in der die Notwendigkeit der Aufklärungsarbeit für alle Siebenbürger Sachsen betont wurde.

Ein „Heimattag der Heimattage“ und ein „Heimattag der Botschaften“ sei dies gewesen, stellte der Bundesvorsitzende Dr. Bernd Fabritius in seinem Schlusswort im Kleinen Schrannensaal fest. In der Tat war es der zahlenmäßig, inhaltlich und stimmungsmäßig wohl Beste in 60 Jahren. Neu war, dass man nicht nur Geschichte erfahren, Kultur und Gemeinschaft erleben, sondern dank der Carl Wolff Gesellschaft auch wirtschaftliche Kontakte knüpfen konnte.

Ähnliches wie Peter Maffay erleben Tausende Siebenbürger Sachsen seit vielen Jahren: Sie kommen offen nach Dinkelsbühl und gehen bereichert durch Begegnungen wieder nach Hause. Zu Pfingsten lebt die Welt der Siebenbürger Sachsen in der mittelfränkischen Stadt mit einer Kraft wieder auf, die in besonderem Maße beflügelt und Hoffnung schenkt.

Siegbert Bruss

Schlagwörter: Heimattag 2011, Maffay, Burzenland, SJD, Jubiläumsjahr 2011

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