18. Mai 2014

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64. Heimattag in Dinkelsbühl: "Heimat ohne Grenzen"

Ihren 64. Heimattag feiern die Siebenbürger Sachsen vom 6. bis 9. Juni 2014 in Dinkelsbühl. Das Motto „Heimat ohne Grenzen“ erinnert an das Schicksal der 40000 Deutschen, die vor 70 Jahren während des Zweiten Weltkrieges vor der heranrückenden Roten Armee aus Nordsiebenbürgen flüchteten. Sie verloren ihre alte Heimat, fanden aber eine neue in Österreich, Deutschland oder Kanada. Das Motto verdeutlicht, dass die Siebenbürger Sachsen über Grenzen und Zeiten hinweg Heimat suchen und finden, indem sie sich mit großer gestalterischer Kraft in ihre heutigen Länder einbringen. Sie sind dabei beheimatet in der siebenbürgisch-sächsischen Kultur.
Mit ihrem Verband, den sie vor 65 Jahren, im Juni 1949, in München gründeten, haben sich die Siebenbürger Sachsen einen „Ort“ geschaffen, in dem sie sich zusammenfinden, sich gegenseitig helfen, ihre Kultur pflegen und Heimat stiften. Seine Anziehungskraft hat der Verband auch nach starken Umbrüchen wie der Wende vor 25 Jahren in Rumänien, als eine starke Ausreisewelle einsetzte, bewahrt.

Höhepunkt des Heimattages (siehe offizielles Programm in der SbZ Online) ist der Festumzug am Pfingstsonntag, ab 10.30 Uhr, mit rund 2000 siebenbürgisch-sächsischen Trachtenträgern. Hauptredner bei der anschließenden Festkundgebung sind neben dem Bundesvorsitzenden des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland, Dr. Bernd B. Fabritius, MdB, und Klaus Johannis, Oberbürgermeister von Hermannstadt, der ein Grußwort sprechen wird, Hartmut Koschyk, MdB, der neue Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, und Reinhold Gall, MdL, Innenminister des Landes Baden-Württemberg.

Bei der Eröffnungsveranstaltung des Heimattages am Pfingstsamstag um 11.00 Uhr wird Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer die Besucher in der Großen Kreisstadt Dinkelsbühl willkommen heißen. Die Festansprache hält Dr. Christoph Bergner, MdB, der ehemalige Aussiedlerbeauftragte der Bundesregierung, der am Pfingstsonntag um 17.00 Uhr in festlichem Rahmen in der St.-Pauls-Kirche mit dem „Ehrenstern der Föderation“ ausgezeichnet wird. Die gleiche Auszeichnung wird Klaus Johannis überreicht. Diese Preisverleihungen zeigen, dass die Siebenbürger Sachsen auf viele Freunde und Partner bauen können. Mit dem Siebenbürgisch-Sächsischen Kulturpreis 2014 werden der Historiker Hon.-Prof. Dr. Konrad Gündisch und der Kunsthistoriker Dr. Dr. h.c. mult. Christoph Machat gewürdigt. Der Ernst-Habermann-Preis 2014 wird ebenfalls in der St.-Pauls-Kirche an die Schriftstellerin Iris Wolff und den Musiker Steffen Schlandt überreicht. Der Siebenbürgisch-Sächsische Jugendpreis geht an Christine Greger.Stadtplan von Dinkelsbühl mit den ...Stadtplan von Dinkelsbühl mit den Veranstaltungsorten des Heimattages. Der Festumzug (rot hervorgehoben) bewegt sich von der Bleiche in nördlicher Richtung durch das Rothenburger Tor und über die Dr.-Martin-Luther-Straße vorbei an der Festtribüne. Das Wörnitz-Tor ist wegen Bauarbeiten gesperrt. Ein kulturelles Glanzlicht ist die Uraufführung des Hymnus „Sonnengesang des heiligen Franziskus“ von Heinz Acker (Samstag, 17.45 Uhr). In dem anschließenden Konzert verabschiedet die Siebenbürgische Kantorei des Hilfskomitees ihre verdienstvolle Leiterin Ilse Maria Reich.

Weitere kulturelle Höhepunkte sind der Evakuierung der Nordsiebenbürger Sachsen gewidmet: ein Bildvortrag von Horst Göbbel (Sonntag, 14.00 Uhr) und eine Dokumentationsausstellung des Bundeskulturreferates. Des Weiteren präsentiert das Siebenbürgische Museum Gundelsheim eine Ausstellung mit Aquarellen von Juliana Fabritius Dancu. Die Kulturpreisträger Konrad Gündisch und Christoph Machat thematisieren in einem Gespräch „Siebenbürgisch-sächsische Eliten und ihre Repräsentationsbauten“ (Samstag, 14.00 Uhr). Eine Lesung zum Thema „Humor bei den Siebenbürger Sachsen“ bestreiten der Schriftsteller Hans Bergel und Doris Hutter (Sonntag, 15.30 Uhr).

Große Bereiche des Programms werden wie immer von der Siebenbürgisch-Sächsischen Jugend in Deutschland (SJD) abgedeckt: „Unser Nachwuchs präsentiert sich“, Festzelt, Zeltplatz, Sportturniere u.a. Die Jugendtanzgruppen bieten unter dem Motto „Aus Tradition und Liebe zum Tanz“ sehenswerte Tänze am Sonntagnachmittag. Für Kinder wird, neben dem klassischen Puppentheater, auch erstmals ein kurzer Kurs zum Bau von funktionsfähigen Raketen angeboten, veranstaltet vom Hermann-Oberth-Raumfahrtmuseum in Feucht.

Die Landesgruppe Baden-Württemberg bereichert als Mitausrichter das Programm mit qualitätsvollen Beiträgen von der Eröffnungsveranstaltung in der Schranne über Blas- und Tanz-­ musikkonzerte bzw. Tanzdarbietungen bis hin zur Rede an der Gedenkstätte. Zum Thema „Hanf und Flachs“ wird sowohl eine Ausstellung als auch die Brauchtumsveranstaltung (Samstag, 16.15 Uhr) geboten, und zwar die Uraufführung des Singspiels in siebenbürgisch-sächsischer Mundart „Honnef uch Floß (Hanf und Flachs)“ von Hilda Femmig. Mit beteiligt am Singspiel ist das Kinder- und Jugendblasorchester Baden-Württemberg, das auch die Eröffnungsveranstaltung umrahmt.

Als neuer Veranstaltungsort wird beim Heimattag das Zeughaus der Kinderzeche genutzt, und zwar für die Ausstellung „Menschen der Diakonie“ der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien und Vorträge der Carl-Wolff-Gesellschaft am Sonntag.

In der Podiumsdiskussion am Montag wird das Thema „Heimat ohne Grenzen“ erörtert. Werner Hans Lauk, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Bukarest, und die anderen Teilnehmer werden hinterfragen, inwiefern die Siebenbürger Sachsen Heimat gefunden und ob mehrfache Heimat überhaupt möglich ist. Dr. Hans-Georg Franchy, Vorsitzender der HOG Bis­tritz-Nösen, wird die Sichtweise der Nordsiebenbürger einbringen und über die Bemühungen der Stadt Bistritz um Städtepartnerschaften mit Wels (Oberösterreich) und Wiehl (Nordrhein-Westfalen) berichten.

Alle Besucher, Jung und Alt, sind eingeladen, in die Vielfalt siebenbürgisch-sächsischer Kultur einzutauchen und Dinkelsbühl als lebendigen Ort der Begegnung, des Ideen- und Erfahrungstausches, der Besinnung und Unterhaltung zu erleben. Jeder ist eingeladen, sich in die Gemeinschaft einzubringen und sich daran zu erfreuen.

Siegbert Bruss

Schlagwörter: Heimattag 2014, Dinkelsbühl, Vorschau

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