25. Mai 2017

Bayern sagt Unterstützung zu: Staatssekretär Hintersberger besucht das Banat und Siebenbürgen

Staatssekretär Johannes Hintersberger aus dem Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration, zu dessen Zuständigkeit auch die deutsche Minderheit in Rumänien zählt, besuchte vom 10.-12. Mai das Banat und Siebenbürgen. Zur Delegation gehörten die Bundesvorsitzenden der Landsmannschaften der Banater Schwaben und der Siebenbürger Sachsen, Peter Dietmar Leber bzw. Herta Daniel, sowie Regierungsrat Uwe Fabritius. Staatssekretär Hintersberger überbrachte die Grüße des bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer und der Sozialministerin Emilia Müller. Sein Interesse galt den politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen in Rumänien, den sozialen Einrichtungen und dem Bildungswesen als eine wichtige Säule für den Erhalt von Kultur und Traditionen.
Die zentralen Fragen, die Staatssekretär Johannes Hintersberger allen Vertretern der Minderheiten stellte, war: Wie können wir helfen? Wie können wir Staatspräsident Klaus Johannis, dessen Wirken enorm wichtig für die weitere Entwicklung Rumäniens sei, im Sinne der europäischen Partnerschaft unterstützen? Die Antworten des Abgeordneten der deutschen Minderheit im rumänischen Parlament Ovidiu Ganţ und der Bürgermeisterin Hermannstadts Astrid Fodor liefen darauf hinaus, dass die Treffen und Gespräche mit namhaften und ranghohen Politikern, Staatschefs der europäischen Mitgliedstaaten, zu denen der rumänische Staatspräsident eingeladen wird, in Rumänien ein deutliches Zeichen setzen, dass Johannis der richtige Präsident für dieses Land ist. Dadurch erfahre er eine besondere Wertschätzung und Anerkennung seiner Leistungen.
Besuch der bayerischen Delegation bei der ...
Besuch der bayerischen Delegation bei der Hermannstädter Bürgermeisterin Astrid Fodor (2. von links): Bundesvorsitzende Herta Daniel, Staatssekretär Johannes Hintersberger, Bundesvorsitzender Peter Dietmar Leber und Konsulin Judith Urban. Foto: Bayerisches Sozialministerium
Der Vorsitzende des Siebenbürgenforums Martin Bottesch sprach die fehlenden Schulbücher für den Unterricht in deutscher Sprache an und äußerte konkrete Wünsche zur Änderung des derzeitigen in Deutschland geltenden Lehrer-Entsendungsprogramms, das für die Aufrechterhaltung des Unterrichts in deutscher Sprache in Rumänien von enormer Bedeutung sei: Erhöhung der Anzahl der entsendeten Lehrer aus Deutschland (derzeit sind es 32 für ganz Rumänien), Abschaffung der Anmeldefristen und Bekanntmachung des Programms innerhalb der Landsmannschaften.

Ein wichtiges Zeichen für die Erinnerungskultur in Rumänien ist das Deportations-Denkmal vor dem Adam-Müller-Guttenbrunn-Haus in Temeswar, wo die Delegation einen Kranz niederlegte.

Wirtschaftliche Entwicklung

Übereinstimmend nannten Ovidiu Ganţ und Astrid Fodor Deutschland als den wichtigsten Handelspartner für Rumänien, insbesondere auch für Hermannstadt. Im Bürgermeisteramt erfuhr die Delegation einiges über die Fortschritte des Straßenbaus in Hermannstadt und die Bemühungen um ein duales Ausbildungssystem, das der Nachfrage nach fehlenden Facharbeitern gerecht werden soll. Bedauerlicherweise setze sich der Trend der in westlicher Richtung abwandernden Facharbeiter, Handwerker, Ärzte und anderen wichtigen Berufsgruppen fort. Der Delegationsleiter sicherte die Unterstützung des dualen Ausbildungssystems zu, weil die berufliche Bildung eine entscheidende Grundlage für den wirtschaftlichen Wohlstand der Gesellschaft sei. Bayern will das durch begleitende Maßnahmen wie Partnerschaften mit Handwerkskammern, mit der Außenhandelskammer, mit Berufsverbänden, mit Landesinnungsverbänden und konkreten Förderungen unterstützen.

Eine Überraschung der besonderen Art erlebte die Delegation in der Kirchenburg Großau, wo einige Siebenbürger Sachsen aus Geretsried ihre Freizeit sportlich gestalteten und alle Mitglieder der Delegation spontan zu einem Grillabend einluden. Diese herzliche und unkomplizierte Gastfreundschaft war beeindruckend. Staatssekretär Hintersberger stellte voller Genugtuung fest, dass alle Anwesenden (er als Schwabe aus Augsburg, Banater Schwaben, Siebenbürger Sachsen) bei den gemeinsam angestimmten Liedern textsicher waren – ein Beleg für unsere gemeinsame Kultur. Die fachkundigen Erläuterungen der Burghüterin Maria über die Kirchenburg und über das Miteinander von Landlern und Siebenbürger Sachsen in Großau wurden von den siebenbürgischen Köstlichkeiten im gut bestückten Speckturm begleitet.

Soziales Engagement

Staatssekretär Johannes Hintersberger versicherte, dass Bayern die bestehenden Projekte in Zusammenarbeit mit dem Demokratischen Forum der Deutschen in Rumänien (DFDR) und seinen regionalen Untergliederungen weiter unterstützen werde. Konkret geht es vor allem um Menschen mit Behinderungen, kranke Kinder und Betagte. So erhielten die Mitglieder der Delegation Einblick in die beiden Altenheime in Temeswar und Hermannstadt (Carl Wolff). Beeindruckt waren sie auch von dem Hospiz und dem einzigartigen in seiner Art in Rumänien kürzlich gegründeten und von Bayern unterstützten Kinderhospiz in Hermannstadt, die unter der fachkundigen Leitung der äußerst engagierten Heimleiterin Ortrun Rhein stehen.

Staatssekretär Hintersberger, der Rumänien das erste Mal besuchte, war von den europäisch geprägten Städten Temeswar und Hermannstadt angetan. Er überbrachte die klare Botschaft der bayerischen Staatsregierung, die deutsche Sprache und Kultur sowie die Maßnahmen zur wirtschaftlichen Entwicklung weiterhin zu fördern.

Herta Daniel

Schlagwörter: deutsch-rumänische Beziehungen, Bayern, Herta Daniel, Hermannstadt, Banat

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  • 25.05.2017, 12:56 Uhr von getkiss: "Erhöhung der Anzahl der entsendeten Lehrer aus Deutschland (derzeit sind es 32 für ganz ... [weiter]

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