Kulturspiegel
Der „Kulturspiegel“ umfasst Rezensionen und Beiträge über die Geschichte, Naturwissenschaften, Kunst und das vielseitige Kulturleben der Siebenbürger Sachsen und deren Nachbarn.
Dichter, Vermittler, Grenzgänger: Nachruf auf Hellmut Seiler (1953-2026)
Wie eine Vorahnung wirkt der Titel des zuletzt erschienenen Gedichtbandes von Hellmut Seiler, „Die Aufhebung der Schwerkraft“, heute auf den Leser. Der Band enthält Gedichte aus der gesamten Schaffenszeit des Autors, von 1972 bis in die Gegenwart. In der Zusammenstellung der Gedichte hebt eine verbindende Erinnerungsbewegung die Schwerkraft des Lebens auf. Es entsteht ein roter Faden, den die Gedichte nachträglich durch das gelebte Leben hindurch verknüpfen: So wie es für den Autor wichtig erschien, in seinen Gedichten aufgehoben zu sein und aus Leben Literatur werden zu lassen, so sind die Lesenden aufgefordert, die Leichtigkeit dieser Literatur auf ihre Schwere zu prüfen. mehr...
Hellmut Seiler ist verstummt, seine Gedichte sprechen weiter
Die Welt „ist ein freilichtmuseum mit freiem eintritt, wo du eines der exponate bist“.
Wenige Tage nach seinem plötzlichen Tod am 16. Juni liest sich Hellmut Seilers zweisprachiger Gedichtband „Aufhebung der Schwerkraft. Suspendarea gravitaţiei“ unter einem veränderten Lesehorizont. Der Band ist dadurch nicht nachträglich zu einem Vermächtnis geworden. Doch die Frage, was mit diesem Dichter verloren geht, begleitet jetzt auch die Lektüre seiner Gedichte. Diese kreisen seit jeher um Erinnerung, Alter, Verlust, politische Erfahrung und die Gegenwart des Vergangenen. Manche Sätze lesen sich nun mit neuer Eindringlichkeit.
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Gedicht von Hellmut Seiler
Hellmut Seilers Gedicht „take it or leave it“ erschien erstmals 1980 in der Anthologie „die bewegung der antillen unter der schädeldecke“, hrsg. von Walter Fromm. mehr...
Ein Gedicht ... aus dem siebenbürgischen Fundus: „Nachruf“ von Günther Schulz
Die Anregung – mehr noch: der ausdrückliche Wunsch – kam von Frieder Schuller, dem Dichter und Initiator des Literaturfestes und Dorfschreiberpreises von Katzendorf. In einem Brief schrieb er, man solle den Lesenden „auf dem Weg zwischen Text und Verständnis“ eine Hilfestellung geben. Gemeint war, Gedichte aus ihrer strengen Form zu „entklammern“ und sie dadurch zugänglicher zu machen. Sein Vorschlag folgte sogleich ... „nachfolgendes Gedicht ist mir eines der Liebsten aus dem siebenbürgischen Fundus: ,Nachruf‘ von Günther Schulz“. mehr...
Eine Hexe vor dreizehn Generationen? Ein Skandal aus dem Jahr 1645: Die Geschichte der Katharina von Gotzmeister
Die Familienlegende berichtet, meine Ahnin sei während eines Hexenprozesses bei der Schwemmprobe ertrunken. Quellenforschung eröffnete mir den Zugang zu einer spektakulären Geschichte von Liebe und Ehebruch, Eitelkeiten, Intrigen und Verrat, Willkür, Korruption, Aufruhr und Mord in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts vor dem Hintergrund der Türkenherrschaft und den Wirren des Dreißigjährigen Kriegs. mehr...
Hegt wird gesangen!: Frühlingsspaziergang mit Frühlingsgefühlen
Im humorvollen Lied Palemitzken (Palmkätzchen) zeigt der vielseitig begabte Mundartdichter und Pfarrer Fritz Schuller seine heitere, ja sogar schelmische Seite. Mit sichtlicher Lust am Lautspiel greift er die siebenbürgisch-sächsischen Rufnamen Pal (Paul), Mitzi (Maria) und das Mundartwort Matzken (Küsschen) auf und formt daraus neue, augenzwinkernde Wortgebilde, die sich an das Palmitzken anlehnen: Palematzke, Mitzke. Die heitere Note wird durch die locker und geschickt gesetzten Pausen und Wiederholungen, in die Schuller seine Sprachspiele hineinsetzt, noch mehr hervorgehoben. mehr...
Ein Generationenwerk feiert Etappensieg: Nach 157 Jahren erreicht das „Schriftsteller-Lexikon der Siebenbürger Deutschen“ mit Band 11 einen vorläufigen Abschluss
Die einmal erreichte Leistung soll gewürdigt werden, das heißt, die Benutzer dieses Lexikons können sich freuen, künftig ein vollständiges und im Detail verlässliches Nachschlagewerk zur Hand zu haben, das das Schrifttum mit Siebenbürgen-Bezug auflistet. Auch wer es nicht unmittelbar als Handwerkszeug benötigt, sich aber affektiv mit der siebenbürgischen Natur- und Kulturlandschaft verbunden weiß, kann darin vielfältige – ja, tendenziell sogar alle – Zugänge zu diesem Landstrich finden, sofern diese über Druckwerke zu vermitteln sind sowie darüber hinaus über „graue Literatur“, also Manuskripte, Typoskripte, Privatdrucke u. Ä., auch elektronische Veröffentlichungen und Verweise auf andere Medien (wie Bildwerke, Filme). mehr...
Selbst kuratierte Lebensspur: Joachim Wittstock überführt in „Bogengang. Gedichte und lyrische Prosa“ sein eigenes Schreiben in Dauer, Form und Erinnerung
Joachim Wittstock hat in „Bogengang“ eine selbst kuratierte Lebensspur hinterlassen – womöglich sogar mit „letzter Tinte“. In einem zeitlichen Längsschnitt vereint der Band wie in einem Gewölbe einige der Lieblingstexte des Autors: Gedichte, lyrische Prosa, Erinnerungen, poetologische Selbstreflexionen und interpretierende Fremdstimmen. mehr...
Gerhard Gross erinnert in seinem Buch „Angekettet“ an den Schwarze-Kirche-Prozess in Kronstadt
Unter der Überschrift „Schwarze-Kirche-Prozess“ wurde in Folge 6 dieser Zeitung vom 21. April 2026, Seite 11, das Buch „Angekettet“ von Gerhard Gross angekündet. Nun sind wir im Besitz dieses Buches und möchten es unseren Lesern näher bekannt machen. Der Autor ist einer der wenigen Überlebenden der 20 ungerecht Verurteilten des Schwarze-Kirche-Prozesses 1958. In Kronstadt. Der Herausgeber des Buches ist ein Bekannter des Autors, Roberto Marcacci. mehr...
Film „Daheim“ in Berlin
Den Dokumentarfilm „Daheim“ von Bianca Zylla, gerade erst beim Heimattag in Dinkelsbühl gelaufen (siehe Bianca Zylla drehte Dokumentation über ihre Familienherkunft), zeigt das Bundesplatz-Kino, Bundesplatz 14, 10715 Berlin, am Samstag, 27. Juni, um 15.30 Uhr. mehr...









